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Ich bin heute dabei, Ordnung in meinen Archiven zu schaffen. Einerseits sind es viele Fotos, die sich im Computer und im Handy angesammelt haben, andererseits möchte ich heute auch einen Stapel der Zeitungsausschnitte abarbeiten, die unter meinem Schreibtisch liegen.
Aus dem Fotoarchiv suche ich zuerst noch zwei Aufnahmen aus dem Gül Park in Barcelona aus.
Meistens sind es Vietnamesen, aber es gibt auch ein Paar Chinesesn darunter. Auf dem berühmten Friedhof am Bahnhof Lichtenberg hat sich eine kleine asiatische "Kolonie" eingenistet.
So ein chinesisches Glückskuchen mit dem Orakelzettelchen drine ist eine feine Sache. Genauso wie diese kleine japanische Papierkugelchen, die man ins Wasser wirft und sehen kann, wie sie sich aufplustern und zu Blumen entwickeln. Nur das letzte Mal, als ich mir diese papierblümchen kaufte, entgalteten sie sich zu einem groben gar nicht feinen dreiblättrigen Grauding und mein letztes chinesisches Küchle war hart wie Stein und drinne... Drinne gab es immer noch einen Orakelzettel, das schon, aber was drauf stand, war schon merkwürdig:
Offensichtlich erwartet mich auf Englisch etwas anderes als auf Deutsch. Englisch gefällt mir besser, das Deutsche kann wohl auch die Fahrt nach Stettin bedeuten, wo ich ohnehin öfters fahre. Soll sich das Englische bewahrheiten, dann warte nun, bald I´m not here, I´m going on business trip to the Far East. Und dann bye bye. (Ich merke, dass mein Denglish immer besser ist :-)
Übrigens, habe ich vor Kurzem gehört, dass man in China diese Glückskuchen überhaupt nicht kennt. Es sollte ein Deutscher gewesen sein, der sich diese Geschäftsidee ausgedacht hat. Er war so erfolgreich, dass jetzt alle Chinesische oder überhaupt Fernostliche Restaurants und Shops in der Welt (vielleicht ist das schon übertrieben, vielleicht geht es nur um die Welt des weißen Menschen) diese Glückskuchen führen, an ihre Kunden verkaufen oder sie ihnen als kleine Takaways zum Abschluss des Essens geben.
Wie könnte ich es versäumen, hier über das Jahr der Kuh zu schreiben? Ich weiß es nicht, es gibt keine Erklärung, mir kann nur die alte nette Regel des Richters Di helfen: Im Zweifelsfall für den Angeklagten! Das Jahr der Kuh (oder des Buffels) begann schon am 26. Januar. Und ich wusste es ganz genau, mehr, ich wartete, bis es endlich kommt, und das schreckliche Jahr der Ratte beendet. Die Ratte ist kalt, arrogant und machtsüchtig, die Kuh ist nett, freundlich, fürsorglich. Es ist ja auch mein Jahr, die Kuh ist mein (chinesisches) Tier.
Gleich zu Beginn des Neujahrs schrieb ich einen Brief an Haruki Murakami.
Und begann ihn mit der Information, dass wir beide im gleichen Jahr der westlichen Zivilisation geboren wurden (ich hoffe, das wird Her Murakami brennend interessieren :-), aber nach dem Chinesischen Tierkreis gehören wir zwei verschiedenen Jahren. Möchte Jemand mehr über das Jahr der Kuh lesen, hier findet man eine Seite, die ziemlich nett und nicht zu orthodox mit der Sache umgeht; möchte dagegen Jemand meinen Brief an meinen Lieblingsschriftsteller lesen, dann bitte sehr, hier ist er: Haruki Murakami
Und die Kuh habe ich vor elf Jahren in Zürich fotografiert, als dort die erste Cow Parade veranstaltet wurde. Und für Kühe interessiere ich mich sehr, vielleicht deshalb, dass ich von ihnen fürchterliche Angst habe. Darüber mehr, wenn man einen anderen Blog liest, den ich auch mitgestalte oder zu einer Lesung kommt, die mein Verein am Freitag den 13. März in der Galerie ZERO in Berlin-Kreuzberg organisiert.
Den Film von Woody Allen habe ich schon dreimal gesehen. Das erste mal am Silvesternacht als meine Gäste aus Polen, Kinga und Włodek, statt sich in den berühmten Berliner Clubs zu amüsieren, mir ein paar Filme zum gemeinsamen Anschauen angeboten haben, und ich Vicky, Christina, Barcelona gewählt habe. Zugegeben, nicht wegen Woody Allen, der alte Meister gefällt mir letztens nicht so sehr, sondern wegen Scarlett Johannsen (ihre Mama ist eine amerikanische Polin und das macht diesen neuen Star Hollywoods noch sympathischer, als sie ohnehin ist, oder scheint zu sein) und Barcelona. In Barcelona war ich im September letzten Jahres das erste Mal, was ziemlich peinlich war; mir schien, dass alle Anderen schon in dieser Modestadt waren, nur ich nicht. Es waren eben die beiden, Kinga und Włodek, die mich nach Barcelona "mitgenommen" haben. Sie sind beide ein bisschen verrückt, reisen über Europa hin und her, um ihre Liebliengbands bei den Konzerten live zu erleben. In Barcelona war es eine spanische Gruppe "La Pegatina" mit der sie sich mittlerweile schon befreundet haben. Wer möchte, kann jetzt am 27. März nach Barcelona fliegen und das nächste Konzert der sehr lustigen Gruppe besuchen. Kinga und Włodek werden auch dabei sein. Ich diesmal nicht (obwohl es mir angeboten wurde :-).
Als ich also den Film am Silvester anschaute, bestättigten sich alle meine Bedenken den Woody Allen gegenüber. Ich fand den Film regelrecht blöd. So was Belangloses und Beliebiges habe ich von den älternen Großmeister nicht erwartet. Das zweite Mal sah ich Vicky, Christina, Barcelona zwei Wochen später mit meiner Freundin, und wir haben uns köstlich amüsiert. Ich fand den Film einfach nett. Irgendwann in Februar, als es mir ziemlich dreckig ging, schaute ich mir den Film das dritte Mal an. Und ich fand ihn schön! Und die Chinesen? Sie erscheinen nur am Rande dieser Geschichte, dafür aber in ihrer schönen Version. In Barcelona auf den berühmten Ramblas gibt es ein Chinesisches Haus. Mit einem prächtigen modernistischen Drachen an der Ecke des Hauses. Schöne Chinesen in allen Ecken.
Weit im Osten Berlins befindet sich auf einem tristen Parkplatz, wo vier Blechbarracke stehen, ein Ort, wo man plötzlich und unerwartet an reges und buntes Leben trifft. Das ist nicht Mitte, wo es auch bunt und reges vor sich hingeht, aber teuer und zur Schau. Auf dem Parkplatz ist es leer und kahlgeschoren, und in den Barracken ist es billig und sehr asiatisch. Nicht Chinesisch, zugegeben, bis jetzt habe ich noch keine Chinatown in Berlin gefunden, aber asiatisch schlechthin. Oder guthin. In den Kneipen, wo sich beim Eingang immer ein kleiner Altar befindet, mit Buddha (?), künstliche Blumen, Reisgaben und Rauchstäbchen, sitzen vor allen Asiaten, aber in den Läden tummeln sich auch Russen, Polen (ich zum Beispiel :-), Jugoslawen aus allen balkanischen Herrenländern. Und zum Verkauf wird alles Mögliche angeboten, was in der Billigländern hergestellt wird. Meine Lieblingstaschen aus karrierten Plastik, T-Shirts und Jeans, Shanghai Bier, Duranfrüchte und, was mir sehr gefallen hatte, auch das ganze kitschige Weihnachtskram, rotnasige Nikoläuse, mit Tannenzweigen bestickte Decken, Lichterketten...