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Heute vor 50 Jahren war ich 10. Von China habe ich gehört, darüber habe ich schon geschrieben. Aber von Tibet? Sicher nicht. Ich weiß sogar nicht, ob meine Eltern wußten, was gerade an diesem 10. März 1959 in Tibet geschah? Und wenn sie wußten, dann haben sie überhaupt darüber gesprochen? Ich war noch kleiner, als man sich in Budapest gegen Sowjets erhoben hat. Trotzdem kann ich mich, wage zwar, sehr wage, aber ich kann mich daran erinnern, dass 1956 etwas zuerst in Polen und dann in Budapest passierte. Noch Jahre danach sprachen die Erwachsene darüber.
Aber Tibet...
Was weiß ich über Tibet? Weshalb so wenig?
Bei dem Morgenkaffe lass ich in der Berliner Zeitung, dass die Tibet Initiative heute in Berlin einen Aktionstag für Tibet organisiert. Es wird vor der Chinesischen Botschaft eine Demo geben. Oder gab sie es schon? Es ist 16.00 Uhr. Ich bin gerade zurück gekommen. Einziges, was ich in der Stadt bemerkt habe, sind mehrere Bücher zur China und zum Tibet in den Buchhandelsauslagen.




Porzellan ist überhaupt Chinesisch, daher ist es kein Wunder, dass man in einer Porzellan- manufaktur Chinesische Motive findet. Der Besuch in der Berliner Porzellanfabrik ist für eine Polin besonders interessant, da es im 18. Jahrhundert ein Pole, Jan Ernest Gockowski (Johannes Ernst Gotzkowsky), war, derdie Prozellanmanufaktur von Wegely abgekauft hat und für den Friedrich II. auf ihre Blüte brachte. Im gegensatz zu vielen Polen, deren Verdienste für die preussische Hauptstadt vergessen wurden, bleibt Gockowski immer noch in der gemeinsamen Erinnerung der Stadtbewohner, hat er doch in Moabit eine Strasse, eine Brücke, eine Schule und eine Apotheke.
Bei einem Besuch in der neugeöffneten Manufaktur in Tiergarten ist zwar von Gockowski / Gotzkowsky kaum die Rede, aber nichtsdestotrotz ist es ein schönes Erlebnis. Man kann auch viel vor Ort kaufen - nur braucht man dafür ziemlich viel Geld. 


In einem Billigladen in Schöneberg fand ich Waffelmacher für 1,- €. Ich wollte immer solch ein Waffeleisen haben, er erinnerte mich irgendwie an meine Kindheit, obwohl wir zu Hause nie einen hatten. Da wir mit meiner Schwester mit dem zunehmenden Alter sentimentaler sind und uns an verschiedene Situationen aus unserer Kindhein gern erinnern, beschloß ich, zwei solche Waffeleisen zu kaufen. Damit wir uns in unserer Sentimentalität schmackhaft sühlen können. Es war aber ein Billigladen, deshalb schaute ich mir das Zeug genau an. Die Verpackung sah gut aus, hatte den Dollarpreis von 24,95, der gestrichen war, und drauf klebte eben ein Etikett mit dem Aufdruck 1,-€. Der Verkäufer ließ mich wissen, dass es sich bei der Ware um Restbestände handelt, daher ist der Preis so niedrig. Für 2,- € also kauufte ich 2 Kartons und ging nach Hause. Am nächsten Tag lädt ich meinen Sohn und seine Freundin zum Essen ein und stolz machte ich die Waffel, die wir in großer Menge mit Schlagobers und Himbeeren verzehrt hatten.

Am nächsten Tag rief mein Sohn an und befahl mir, mir den Waffeleisen genau anzuschauen. Er meinte, irgendwo wird doch geschrieben sein, der Eisen wurde in China hergestellt. Und siehe an, tatsächlich, auf dem Halter aus schwarzen Kunststoff fand ich diese berühmten drei Worte "Made in China". "Ja", sagte mein Sohn, "hat man eben nicht gesehen, oder?" "Hat man halt nicht", antwortete ich beschämt. Gerade ich bin drauf gerfallen! Ich, die wie ein Spurhund alles Billigzeug aus China aufzuspüren versucht und vermeidet wie die Pest, es zu kaufen! So ist es, Sentimentalität verblendet, anders kann ich es ja auch nicht erklären. Ich fotografierte alles, was ich hatte und trug beide Waffeleisen, einen verpackt und einen ausgepackt samt Verpackung zur Mülltonne. Eine Woche später, als ich wieder neben dem Billigladen ging, stellte ich fest, dass der Waffelmacher offensichtlich ein Renner ist, da er schon 2,- € kostete.


Sie wollten nicht, dass ich sie fotografiere. Normal. Hätte ich gewollt in Asien fotografiert zu werden? Keine Ahnung.
In Indien und Nepal wollten sich Leute mit uns fotografieren, damit WIR ihre Fotos haben, sie wollten keine Fotos von uns für sich. Wozu auch denn? Die Sadhus in Pashupatinath lassen sich gern fotografieren, wenn man zahlt. Ich wollte weder zahlen noch ihre Fotos haben. Die hinduistische Art und Weise das Heilig-Sein zu praktizieren, fand ich regelrecht merkwürdig, um nicht zu sagen abstössend. (Ist es noch PC, wenn man der Meinung ist, dass ein Mann, der sich 20 große Steine in einem Netz auf seinem Schwanz aufhängt und sich somit a/ für einen Heiligen hält und b/ einen Antreiber hat, der die Touristen überzeugen soll, den Heiligen zu fotografieren und 1 Dollar pro Klick zu bezahlen, im Grunde - für mich persönlich - nur ein schlauer Schurke ist?)
Die offizielle Webseite Berlins kann man (wenn man sucht) auf Chinesisch finden. Sie ist mit einem automatischen Übersetzungsprogramm versehen.
Die Effekte sind... na... interessant :-)